Medienbildung post Covid-19: Statements nach dem Projekt

Jörg Sadrozinski und Hans-Jakob Erchinger bei der Präsenzveranstaltung des Projektes im Juni 2021

 

Statements, Wünsche und Hinweise aus der Weiterbildung n-report digital – journalistisches Arbeiten in der Schule

Hans-Jakob Erchinger, NLQ, Hildesheim:

Schulen können nicht nicht kommunizieren!

In der Corona-Zeit wurde die Notwendigkeit einer professionellen Kommunikation an Schulen noch deutlicher. Öffentlichkeitsarbeit und journalistisches Arbeiten an Schulen sollten auch durch Entlastungsstunden und Funktionsstellen gestärkt werden. Alle Teilnehmenden der Weiterbildung sind ausgebildet für eine Funktionsstelle „Medien und Öffentlichkeitsarbeit“, die alle redaktionellen Tätigkeiten in der Schule in einer Art „newsroom“ steuern könnte: Lernvideos, Webseite, Schulschriften, digitale Zusammenarbeit und Schul- und SchülerInnenblogs sollten so kompetent betreut werden. Gleichzeitig sollten hier Schülerinnen und Schüler eingebunden werden, um die Chance des praktischen Lernens im Umgang mit Medien vorbildlich zu lernen. 

 

Jörg Sadrozinski, Reporterfabrik, Hamburg:

Ich habe mich sehr über das Engagement und die Kreativität der Gruppe gefreut. Mit Lehrerinnen und Lehrern wie Euch macht Schule Spaß! Ich möchte an dieser Stelle auch die Idee und das Konzept von Hans-Jakob Erchinger im NLQ loben: Journalistisches Arbeiten in die Schule zu bringen – und zwar nicht nur theoretisch, sondern konkret das Produzieren zu lernen und zu lehren – ist die beste Art der Medienkompetenzförderung!

 

Natalie Deseke, n-21, Hannover:

Stichwort Follow-Up-Fortbildungen zur „Verankerung der Kompetenzen in die schulinternen Arbeitspläne und Medienbildungskonzepte“: Das Engagement der n-report-Lehrerinnen und Lehrer ist jedes Mal beachtlich, ihr Fortbildungsanteil ist überdurchschnittlich. Doch wie kann journalistische Medienkompetenz fachübergreifend in das Kollegium getragen werden? n-report-Lehrkräfte und ihre Kollegien sollten nach Projektabschluss die Möglichkeit bekommen, an zeitlich kürzeren Follow-Up-Fortbildungen teilnehmen zu können. Diese Mikromodule könnten im Nachgang als Online-Module z. B. an SchiLF-Tagen in der VeDaB ausgeschrieben werden. Die Teilnahme würde durch Zertifikate/Bescheinigungen für die Personalakte belegbar sein. Darauf könnte in einer zukünftigen n-report-Ausschreibung hingewiesen werden. Den Lehrkräften der aktuellen Runde biete ich diesen Service zum Thema Podcasting/Webradio an. Dank der Förderung durch das Niedersächsische Kultusministerium und der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM) ist dieses Angebot für alle Schulen kostenlos. MeinKontakt: radio@n-21.de

 

Franziska Karas, Renataschule Hildesheim:

Die Fortbildung hat mir hilfreiche Tipps gegeben, wie ich verschiedene Medien im Unterricht integrieren und für die Öffentlichkeitsarbeit der Schule nutzen kann. Besonders gefallen hat mir, dass wir alles selbst erst einmal ausprobieren mussten (wobei ich häufig die Zeit während der Fortbildung zu knapp fand, und manchmal der Arbeitsauftrag nicht ganz klar formuliert wurde). Vieles konnte ich leider in diesem Jahr wegen Corona nicht so umsetzen, wie ich es gern ausprobiert hätte, habe es mir aber fest für das nächste Jahr vorgenommen und schon einige Ideen im Kopf. Während der Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern wurde mir klar, wie schwierig es ist, gute Interviews vorzubereiten und zu führen. Da kann ich nur jedem raten, viel Zeit und Übung einzuplanen. Das Gleiche gilt für das Finden treffender/spannender Überschriften und Einleitungen für den Text. Ich nehme das als Erfahrung auf jeden Fall ins nächste Schuljahr mit und werde daran arbeiten. 

 

Kathrin Bialas, Berufsbildende Schulen II, Wolfsburg:

Corona hat uns gezeigt, wie sehr Schule vom sozialen Miteinander lebt. Diskussionen lassen sich nicht immer in Videokonferenzen realisieren, spontane Einfälle bleiben außen vor, einige Schülerinnen und Schüler nehmen sich sehr zurück. Die Bedeutung von außerschulischen Lernorten (Museum, Ausstellung, Theater etc.) ist mir noch einmal klar geworden. Gemeinsame Erlebnisse verbinden. Nichtsdestotrotz hat die Corona-Zeit uns aber auch gezeigt, wie wir im Kollegium zusammenhalten, von der Schulleitung unterstützt und von den Schülerinnen und Schülern getragen werden. Die Digitalisierung wurde notgedrungen beschleunigt; wenn auch stressig für alle Beteiligten: Die Notwendigkeit beförderte Innovation und veränderte eingefahrene Vorgehensweisen zum Guten. Viele Lernbereiche aus n-report digital lassen sich auch im Distanzunterricht medial gut realisieren!

 

Frank Diedrichs, Carl-Prüter-Schule – Oberschule, Sulingen:

Auch wenn Medienbildung in den vergangenen anderthalb Jahren an unserer Schule schwierig war, fühle ich mich gerüstet, im nächsten Schuljahr wieder zu starten und mit den Schülerinnen und Schülern journalistisch zu arbeiten. Viele Ideen, die sich im Laufe der letzten Monate entwickelt haben, mussten aufgrund der Umstände wieder verworfen werden. Frustrierend, ja, aber nicht hoffnungslos. In den Modulen habe ich gelernt, wie viel Vorbereitung die Umsetzung einzelner Bausteine erfordert. Dies auf ein pädagogisch umsetzbares Maß zu reduzieren, gerade bei unserer Schülerschaft, wird eine spannende Herausforderung. Mir wird zugute kommen, dass ich für mich durch den Kurs erfahren habe, dass journalistisches Arbeiten Spaß macht.

 

Maria Plaggenborg, Copernicus-Gymnasium Löningen:

Ich habe aus der Fortbildung sehr viel mitgenommen. Die Tipps waren immer praxisnah und auch der Austausch mit allen Teilnehmenden und Experten war eine sehr große Hilfe. Leider hat uns allen die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht. Gern hätte ich mehr ausprobiert und viele der hilfreichen Tipps im Unterricht angewendet. Dennoch freue ich mich auf das kommende, hoffentlich normale Schuljahr, um meine neu erworbenen Kompetenzen zu testen. Vielen Dank für die tolle Fortbildung.

 

Dominique Minkley, Christopherusschule Elze:

Auch ich habe vieles aus der Fortbildungsreihe mitnehmen können. Es wurden interessante Informationen vermittelt, die ich sowohl im Unterricht als auch für mein eigenes Arbeiten als Presseverantwortliche verwenden kann. Ich habe viele Ideen aufgegriffen, konnte sie aber coronabedingt nicht so umsetzen, wie ich das gern gewollt hätte. Nichtsdestotrotz sind kleinere Projekte entstanden, in denen ich immer wieder Gelerntes aus den Seminaren anwenden konnte. Insgesamt waren die Seminare, wenn auch absolut lohnenswert, teilweise doch recht arbeitsintensiv, was ich im Vorfeld vielleicht unterschätzt hatte. Viel versprochen hatte ich mir von der Fortbildung zu Fotografie, da ich in dem Bereich wirklich keinerlei Erfahrung hatte. Wahrscheinlich geschuldet der Tatsache, dass die Fortbildung online stattfinden musste und sich mir der Arbeitsauftrag nicht wirklich erschloss bzw. ich ihn falsch umgesetzt habe, konnte ich gerade da für mich leider nicht viel mitnehmen. Ich bin der Meinung, das mir persönlich besonders dieses Seminar als Präsenzveranstaltung mehr gebracht hätte. Alles in allem aber bin ich froh teilgenommen zu haben.

 

Tim Hoffmann, Erich Kästner Gymnasium, Laatzen:

Zusammenfassend war die Fortbildungsreihe für mich sehr lohnenswert. Besonders den Kontakt zu ganz unterschiedlichen Expertinnen und Experten sowie Kolleginnen und Kollegen habe ich sehr gern genutzt, um zu lernen, zuzuhören und neue Dinge einfach auszuprobieren. Ein Lob möchte ich an die Organisation aussprechen. Trotz der Corona-Pandemie sind die Termine eingehalten worden, sodass online zumindest Eindrücke der verschiedenen Themenbereiche gewonnen werden konnten. Diese ersetzen natürlich nicht das reale Miteinander, den Austausch und auch das Erleben neuer Situationen an neuen Orten. Doch gerade in Zeiten, in denen mehr ab- als zugesagt wurde, waren diese Termine für mich ein fester Anker, auf den ich mich jeweils gefreut habe. Schade ist, dass die Online-Seminare zeitlich sehr knapp bemessen waren, sodass das eigene Ausprobieren oft nur in Ansätzen möglich war und hier und da mal ein Themenpunkt deutlich zu kurz kam. Doch auch hier sage ich: Besser als gar kein Angebot. Vielleicht ist es für die Zukunft aber möglich, im Fall von Online-Veranstaltungen auch diese durchgängig über zwei Tage anzusetzen, um mehr Zeit zum Ausprobieren und Mitmachen einzuräumen. Insgesamt bin ich dankbar und froh, dass ich an der Fortbildung teilnehmen durfte.

 

Anne Wiegand, Geschwister-Scholl-Gymnasium, Garbsen:

Ich fand es spannend, über den Tellerrand zu schauen und verschiedene Facetten des journalistischen Arbeitens näher zu betrachten. Den Expertinnen und Experten habe ich gern zugehört und viele neue Techniken und Tipps mitgenommen, die meinem eigenen journalistischen Arbeiten und die Vermittlung dessen neuen Input gegeben haben. Die Wahl der einzelnen Themen fand ich sehr gelungen, der eigene Arbeitsaufwand für die Fortbildungsreihe – in einem Jahr der Pandemie – hoch. Die Organisation der Fortbildung als Online-Format war gut. Mitunter sollten aber Arbeitsaufträge klarer formuliert und Termine besser kommuniziert werden. Auch fand ich es unglücklich, vor der Veranstaltung Produkte zu erstellen, um dann zu lernen, wie es richtig geht. Das habe ich als demotivierend empfunden.  Die teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen habe ich als äußerst bereichernd empfunden. Ich fand es beeindruckend, was sie auf die Beine gestellt haben und wieviel Kreativität in ihnen steckt. Ebenfalls fand ich es bedauerlich, dass lediglich eine Veranstaltung in Präsenz stattfand, da es einen regeren Austausch gegeben hätte. Insgesamt bleibt ein positiver Eindruck und die Neugier, neue journalistische Formate auszuprobieren. 

 

Maria Lutz, Marie Curie Schule – KGS Ronnenberg:

Für mich war die Fortbildungsreihe inspirierend und motivierend. Inspirierend und lehrreich für mich selbst, da ich mich in verschiedenen Formen der journalistischen Arbeit ausprobieren und aus jeder Fortbildung etwas mitnehmen konnte. Motiviert bin ich, einfach nochmal ganz neue Wege im Unterricht zu gehen, auch mal abseits klassischer Unterrichtsmodelle mit den Schüler*innen etwas auszuprobieren. Journalistische Formate bieten dafür sehr viel Potenzial und motivieren auch die Schüler*innen, sich mit für sie oft sehr fernen Inhalten intensiv auseinanderzusetzen. Ich wünsche mir dafür auch mehr Freiheiten im Unterricht. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich Zeit für aufwendigere Projekte zu nehmen.

 

Anja Eckstein, Scharnhorstgymnasium, Hildesheim:

„Crossmedialer Journalismus“ war der Schwerpunkt dieser Fortbildung. Dabei reichte die Planung vom traditionellen Schreiben über Podcasting, Fotoreportagen bis hin zur Videoproduktion. Jeder Workshop war mit Expertinnen und Experten besetzt, auf einen medialen Ansatz beschränkt und als intensive Kooperation mehrerer Lehrkräfte geplant. Soweit die Theorie. 

Die pandemiebedingten Entscheidungen an den Schulen, die uns alle für Wochen und Monate an unsere Computerbildschirme fesselten, hinterließen auch ihre Spuren bei dieser Fortbildung. Wenn Workshops nicht mehr in Präsenz stattfinden können, dann fehlen die Plaudereien in der Kaffeepause, die angeregten Diskussionen in gemeinsamen Arbeitsphasen oder der kritisch-konstruktive Austausch über Ergebnisse. Das können ganztägige Videokonferenzen parallel zur Betreuung der eigenen Kinder oder dem Arbeiten im Homeschooling nicht leisten. Für mich hat das phasenweise dazu geführt, dass ich mich durch die „zusätzlichen“ Arbeitsaufträge zwischen den Workshops überlastet gefühlt habe und das schlechte Gewissen, wieder keine Zeit für vorbereitende Foto- oder Videoaufnahmen zu haben, ständiger Begleiter war. Am Ende war ich häufig mit mir selbst und dem, was ich im Rahmen der Veranstaltungen zustande gebracht habe, unzufrieden. Es fehlte einfach oft die notwendige Energie. 

Trotzdem werde ich mit Abstand sicher vieles, was wir in der Kürze und Begrenztheit der pandemischen Möglichkeiten vermittelt bekommen haben, mit Schülerinnen und Schülern ausprobieren und neue Wege gehen, um journalistisches Arbeiten im Rahmen von Schule nicht nur auf die Schülerzeitung zu beschränken, sondern flächendeckender zu etablieren. Ich bin dankbar für die Zeit und Energie, die alle an der Organisation der Online-Fortbildungen Beteiligten trotz der widrigen Umstände aufgebracht haben, sodass wir zumindest erste Einblicke in Bereiche wie Storytelling mit Fotos, Videoproduktion/-schnitt oder auch Podcasting erhalten konnten. Mein größter Zugewinn sind am Ende die Kontakte, die sich in diesem Jahr gemeinsamer Arbeit ergeben haben. Zu wissen, wer einem mit den eigenen Projektideen weiterhelfen kann, ist im Rahmen von Schule besonders wichtig und eine Bereicherung für Lehrerinnen und Lehrer wie für Schülerinnen und Schüler. 

 

Über n-report

Projektleitung Journalismus und Schule beim niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung
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